Die perfekte Bewerbung

Zu viele Jobwechsel? So argumentieren Sie!

By on 16. September 2014

Kommt Ihnen folgendes Szenario bekannt vor? Der erste Job nach dem Studium war einfach nicht das Wahre. Eigentlich wussten Sie das bereits von Anfang an, aber lieber erst einmal den Einstieg ins Berufsleben schaffen, so Ihre Devise.

Nach einem Jahr ergab sich dann bereits ein besseres Angebot und Sie haben verständlicherweise zugegriffen. Eigentlich wäre nun alles perfekt, wenn da nur dieser tyrannische Chef nicht wäre. Nach zwei Jahren haben Sie die Nase voll von seinen Launen und wechseln zur Konkurrenz. Aber auch dieser Job ist nicht das Gelbe vom Ei, denn obwohl Chef und Kollegen super und die Aufgabengebiete spannend sind, könnte das Gehalt ruhig höher sein.

Sie machen sich erneut auf Jobsuche und werden im Vorstellungsgespräch erstmals mit der Frage konfrontiert, ob Sie nicht bereits zu viele Jobwechsel in kurzer Zeit hinter sich hätten. Als Bewerbungsexperte empfehle ich Ihnen: Bleiben Sie ruhig und argumentieren Sie stichfest. Sonst gelten Sie schnell als unsteter Jobhopper ohne Rückgrat.

Nur Absagen! Grund: zu viele Jobwechsel?

Keine Sorge, ich verstehe Sie: Natürlich sind cholerische Chefs, mobbende Mitarbeiter, chaotische Firmenstrukturen oder eine geringe Wertschätzung gute Gründe, um den Job zu wechseln. Nur sollten Sie diese nicht unbedingt dem Personaler des neuen Unternehmens auf die Nase binden, denn hier gilt: Keine Interna ausplaudern oder über die aktuelle Firma herziehen. Ihre Argumentation auf die Frage „Waren das nicht zu viele Jobwechsel?“ muss auf rein sachlicher Ebene stattfinden und auf ihren persönlichen Entwicklungswünschen aufbauen. Und diese Argumentation beginnt bereits in den Bewerbungsunterlagen.

Versetzen Sie sich in die Lage des Personalers: Er kennt Sie nicht und hat lediglich ein paar Seiten Text vor sich, mit deren Hilfe er sich ein Bild Ihrer Persönlichkeit machen muss. Nehmen Sie ihn also an die Hand und erklären Sie ihm Schritt für Schritt Ihre Beweggründe, die ausschlaggebend für die Stellenwechsel waren. Dabei bleiben Sie stets positiv und auf Ihre persönliche Weiterentwicklung bedacht.
Stellenwechsel 1 erfolgte vielleicht, weil Sie in der neuen Firma ein besonderes Interessensgebiet vertiefen konnten. Stellenwechsel 2, weil Sie mehr Verantwortung übernehmen durften. Stellenwechsel 3, weil Sie Abteilungsleiter werden konnten.

Führen Sie diese Beweggründe sichtbar und nachvollziehbar bereits in den Tätigkeitsbeschreibungen der einzelnen Stationen im Lebenslauf an. Auch wenn es vielleicht manchmal schwer sein mag, irgendetwas Positives und Besseres kann durch genaue Betrachtung bei jedem Arbeitsplatzwechsel erkannt werden. Kommunizieren Sie das dem Personaler! Als Insider verrate ich Ihnen: Damit verändern Sie eine eventuelle „Weg-von-Strategie“ zu einer schlüssigen „Hin-zu-Strategie“.

Im Fokus: Kontinuitäten statt Brüche

Damit es nicht heißt: „Das sind entschieden zu viele Jobwechsel!“ muss ein roter Faden in Ihrem Lebenslauf erkennbar bleiben. Auch wenn sich dieser auf den ersten Blick nicht offenbaren mag, weil die Arbeitsplatzwechsel unsystematisch scheinen, ist er in 99% der Fälle vorhanden. Ich kann Ihnen hierzu den Tipp geben: Konzentrieren Sie sich auf Ihre Kernkompetenzen! Seien Sie kritisch und analysieren Sie Ihren bisherigen Werdegang – meistens finden sich in jeder Position die gleichen persönlichen Schlüsselkompetenzen, also zum Beispiel Kommunikationsfähigkeit und Sprachbegabung oder analytischer Verstand und mathematische Kompetenz. Nutzen Sie diese, um Kontinuitäten und nicht Brüche hervorzuheben!

Nachdem Sie diese Talente isoliert haben, können Sie Ihren Werdegang überzeugender darlegen, denn auch unterschiedliche Jobs können so auf eine Basis gestellt werden. Durch diese Analysetätigkeit werden Sie auch sicherer in Ihrer Argumentation und können beim Vorstellungsgespräch durch einen selbstbewussten und vor allem durchdachten Auftritt überzeugen.

Aus persönlicher Erfahrung weiß ich, dass zu viele Jobwechsel vor allem dann zum Problem werden, wenn mir der Bewerber nicht logisch klar machen kann, wie es dazu gekommen ist. Seien Sie sich bewusst: „Einfach nur weg von den verhassten Kollegen“ oder „mehr Geld“ mögen für Sie durchaus schlagkräftige Argumente sein – für den Personaler sind sie das nicht. Für ihn zählen neben fachlicher Kompetenz nämlich vor allem auch Eigenschaften wie Loyalität, Problemlösungskompetenz und Ausdauer.

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