Die perfekte Bewerbung

Überlebenstipps für Führungskraft-Neulinge

By on 23. September 2014

Eine Position als Führungskraft zu übernehmen, ist ein einschneidender Moment in Ihrem beruflichen Werdegang. Insbesondere dann, wenn dies Ihre erste leitende Funktion ist. Auf Sie kommt eine neue Rolle, mit neuen Aufgaben und Verpflichtungen zu. Was zählt sind jetzt nicht mehr nur Ihre eigenen Leistungen und Arbeitsfelder sondern auch die Ihres Teams, für das Sie jetzt Verantwortung tragen. Gerade für junge Führungskräfte ist es entscheidend, sich frühzeitig auf den Sprung in die Führungsebene vorzubereiten.

Es ist nicht leicht, in die Rolle des Chefs zu wechseln, noch dazu als ehemaliger Kollege, der befördert wurde

Der Wechsel innerhalb einer Führungsposition bringt Verunsicherung für alle Beteiligten mit sich – nicht nur für die Führungskraft sondern auch für die Mitarbeiter. Noch schwieriger kann es werden, wenn die neu ernannte Führungskraft bislang ein gleichrangiger Kollege im Team war. Umso wichtiger ist es in dieser Situation, dass sich die Führungskraft klar zu der neuen Rolle bekennt und diese deutlich sichtbar einnimmt. Doch statt Sicherheit auszustrahlen schlägt sich so manch eine neue Führungskraft in der Anfangszeit mit Positionierungsproblemen herum: Wie soll ich mich gegenüber Mitarbeitern, Kollegen und dem eigenen Chef verhalten, um die Position erfolgreich auszufüllen und der Verantwortung gerecht zu werden?

Im Lauf meiner Tätigkeit als Coach habe ich schon viele junge Führungskräfte dabei begleitet in diese neue Aufgabe hineinzuwachsen. Folgende Punkte sollten Sie in den ersten Wochen Ihrer neuen Tätigkeit in jedem Fall beachten:

Viele Fettnäpfchen lassen sich vermeiden: Machen Sie sich ein genaues Bild von Ihrer neuen Position

Auch wenn Sie natürlich wissen, auf welchen Job Sie sich beworben haben – es lohnt sich schon im Vorfeld genau hinzusehen und die verschiedenen Dimensionen der neuen Aufgabe zu betrachten. So können Sie Ihren Einstieg gut vorbereiten und haben mögliche Konfliktpotenziale von Anfang an im Blick. Holen Sie sich über Gespräche oder Recherchen so viele Informationen wie möglich zu folgenden Fragen ein:

  • Wie sieht Ihr Aufgabengebiet konkret aus? Welche Erwartungen sind mit Ihrer neuen Rolle verknüpft? Gibt es klare Zielvorgaben? Welche Ressourcen zur Umsetzung stehen Ihnen zur Verfügung? Und wie viel Rückendeckung können Sie von Ihren Vorgesetzen erwarten?
  • Welche Geschichte hinterlässt Ihr Vorgänger? Ging da ein charismatischer Abteilungsleiter in den Ruhestand, dem alle nachtrauern, oder hat Ihr Vorgänger wohlmöglich einen Sanierungsfall hinterlassen?
  • Wie sind Sie rekrutiert worden? Wer waren Ihre Fürsprecher oder gar Konkurrenten? Gibt es erste Hinweise auf Allianzen, die wichtig sein könnten?

Entwerfen Sie für sich einen persönlichen Geschäftsplan

Jede Aufgabe lässt sich je nach persönlicher Zielsetzung unterschiedlich gestalten und akzentuieren. Sie sollten für sich möglichst genau klären, welche persönlichen Ziele Sie mit der neuen Aufgabe verknüpfen. Geht es um eine steile Konzernkarriere? Oder wollen Sie einfach in einem bestimmten Arbeitsbereich Erfahrungen sammeln, um dann möglichst zügig weiterzuziehen?

Auf dieser Basis legen Sie in einem persönlichen Geschäftsplan Maßnahmen fest, die Ihnen beim Erreichen Ihrer persönlichen Ziele helfen. Hilfreich ist dafür ein Maßnahmenplan für die ersten 100 Tage, der in drei Phasen unterteilt ist:

  • In der Orientierungsphase geht es vor allem darum, möglichst viele relevante Informationen über das neue Unternehmen und Ihr Aufgabenfeld zu bekommen: Wie sind Tempo und Timing in der neuen Arbeitskultur, welche informelle Strukturen gibt es und wie funktioniert die Mikropolitik?
  • In der Positionierungsphase setzen Sie deutliche Akzente im Hinblick auf Ihre Rolle und Aufgabe. Dabei nutzen sie die Spielräume, die Ihnen das Unternehmen bietet. Positionierungselemente können auch äußere Faktoren sein (zum Beispiel: Wie richte ich meinen Arbeitsplatz als Führungskraft ein?) oder auch kulturelle und kommunikative Aspekte (zum Beispiel: Wie gestalte ich die Teammeetings?).
  • Und schließlich leiten Sie zum Ende der ersten 100 Tage die Umsetzungsphase Möglich wäre zum Beispiel die Präsentation Ihrer Zukunftsvision für die Abteilung/das Team und die gemeinsame Entwicklung eines Aktionsplans. Zeigen Sie Ihre Handlungsfähigkeit als Führungskraft.

Für einen gelungenen Startschuss: Bereiten Sie Ihren Antrittstag vor 

Der Anfang ist immer das Entscheidende. Darum sollte Ihr Antrittstag sorgfältig vorbereitet sein. Idealerweise findet Ihre Vorstellung und Einführung ins Unternehmen in einem feierlichen Rahmen statt. Nutzen Sie diese Gelegenheit, sich mit einer Rede den neuen Kollegen und Mitarbeitern vorzustellen. Damit Sie den richtigen Ton treffen, erkundigen Sie sich im Vorfeld, was im Unternehmen üblich und was in Ihrem Fall geplant ist. Im Zweifelsfall sprechen Sie das Thema offensiv mit Ihrem künftigen Vorgesetzten an.

Gestalten Sie gute Beziehungen zu Ihren neuen Mitarbeitern

Als Führungskraft wird Ihre Leistung im Wesentlichen anhand der Leistungen Ihrer Mitarbeiter beurteilt. Die Beziehungsstiftung spielt bei der Motivation Ein ihrer Mitarbeiter zu hohen Leistungen zu motivieren, ist. Gerade für junge Führungskräfte ist das eine Herausforderung, denn hier ist kommunikatives Know-How gefragt.

Nehmen Sie sich unbedingt ausreichend Zeit für Vier-Augen-Gespräche mit jedem Mitarbeiter. Als neue Führungskraft müssen Sie wissen, wo Ihre Mitarbeiter stehen, was sie für Sorgen und Nöte haben, aber auch welche Ziele und Veränderungsideen bestehen. Es geht darum, dieses Gespräch möglichst offen zu gestalten und viele Informationen zu sammeln.

Auch bietet sich jetzt Gelegenheit für die Frage, was sich der Mitarbeiter von Ihnen wünscht. Und nutzen Sie die Situation, um etwas von sich als Mensch zu zeigen. Formulieren Sie aber auch, was Ihnen in der künftigen Zusammenarbeit wichtig ist.

Führen heißt entscheiden – nicht selber machen

Gerade in der ersten Führungsposition jedoch fällt es vielen schwer, sich von der vertrauten operativen Ebene zu lösen. Als Führungskraft sollten Sie jedoch nur 20 Prozent Ihrer Arbeitszeit mit Fachaufgaben verbringen. Der Schwerpunkt Ihrer täglichen Arbeit liegt ganz klar bei Steuerungs- und Führungsaufgaben. Wenn dieses Verhältnis sich verkehrt, können Sie Ihrer Rolle nicht gerecht werden. Denken Sie daran: Führen heißt entscheiden. Und das mitunter auch in sehr kurzer Zeit und in besonders schwierigen Situationen.

Es ist wichtig, dass Sie sich in den ersten 100 Tagen vor Ungeduld und Übereifer hüten – damit überfordern Sie sich und auch Ihre Mitarbeiter. Viele junge Führungskräfte fühlen sich sehr unter Druck, möglichst schnell mit ersten Ergebnissen glänzen zu können. Damit verlieren Sie aber leicht den Blick auf die Gesamtsituation, übersehen mögliche Konfliktpotenziale oder auch Chancen auf zusätzliche Ressourcen. Gehen Sie bewusst, präsent und offen an die neue Aufgabe.

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