Die perfekte Bewerbung

Studieren ohne Abitur? Das sollten Sie wissen!

By on 1. Oktober 2014

Schule, Abitur, Studium, Job: So sieht der vorgezeichnete Weg für viele junge Menschen aus. Nach dem Abitur oder der Fachhochschulreife folgt relativ nahtlos das Studium. Aber Lebenswege verlaufen nicht immer geradlinig. Vielleicht gehören auch Sie zu den Schüler/-innen, die sich dem früh einsetzenden Leistungsdruck verweigert haben und am Ende ihrer Schullaufbahn kein Abi vorweisen können. Das heißt jedoch nicht, dass ein späteres Studium ausgeschlossen ist. Auch ohne Abitur oder einen vergleichbaren Abschluss können Sie an einer deutschen Hochschule studieren – allerdings nur unter speziellen Voraussetzungen!

Der Weg zum Studium ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung

2009 beschloss die Kultusministerkonferenz aller Bundesländer, deutsche Hochschulen für beruflich qualifizierte Bewerber/-innen grundsätzlich zu öffnen. Die Rahmenbedingungen sind jedoch in den einzelnen Bundesländern nach wie vor sehr unterschiedlich. Auch die Regelungen der Hochschulen selbst sind uneinheitlich. Studieren ohne Abitur bedeutet daher bereits im Vorfeld ein hartes Stück Arbeit. Als Interessent/-in müssen Sie eine Reihe von Bedingungen erfüllen und sich zudem sehr umfassend informieren, bevor sie das angestrebte Studium aufnehmen können.

Ihre universelle Eintrittskarte: Berufliche Vorbildung

Der Beschluss von 2009 soll insbesondere berufserfahrenen Praktikern ein Studium ermöglichen. Dabei gilt eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung, meist in Kombination mit einer mehrjährigen Berufserfahrung, als berufliche Qualifikation. Der Studiengang muss dann der beruflichen Vorbildung entsprechen. Eine ausgebildete Erzieherin könnte folglich mit entsprechender beruflicher Erfahrung und Zusatzqualifikationen auch ohne Abitur an einer Hochschule einen Bachelorstudiengang für Erziehungswissenschaften belegen. Je nachdem, ob sie in München, Hamburg oder Berlin wohnt, greifen jedoch häufig länderspezifische Regelungen.

• Als beruflich qualifiziert mit direkter Zugangsberechtigung gelten bundesweit einheitlich:

-Berufstätige mit Meisterprüfung
-Betriebswirte/-innen, Techniker/-innen und Erzieher/-innen nach staatlicher Prüfung bzw. Anerkennung

• Als beruflich qualifiziert nach Eignungsfeststellungsverfahren gelten nach bundesweit unterschiedlichen Regeln:

-Berufserfahrene mit Schulabschluss, Berufsausbildung und Berufstätigkeit

Diese müssen in den meisten Ländern eine Hochschulzugangsprüfung oder ein Probestudium bestehen, bevor sie an einer Hochschule aufgenommen werden und dort einen fachlich passenden Studiengang belegen dürfen.

Da die Zulassungsbeschränkungen nicht nur je nach Bundesland, sondern auch hochschulintern unterschiedlich sind, ist es empfehlenswert, im Vorfeld genau zu recherchieren, unter welchen Voraussetzungen in Ihrem Fall Studieren ohne Abitur möglich ist. Infos gibt es im Landesministerium und auf den Hochschul-Websites. Im Zweifelsfall lohnt es immer, das direkte Gespräch mit den Mitarbeitern Beratungsstellen der Hochschulen zu suchen.

Sie möchten mehr darüber erfahren? Ausführliche und aktuelle Informationen hat das Gemeinnützige Centrum für Hochschulentwicklung im CHE-Arbeitspapier zusammengestellt.

Duales Studium – Kombination von Beruf und Hochschule

Duale Studienangebote sind eine interessante Option, Beruf und Studieren ohne Abitur zu verbinden. Zu einem berufsbegleitenden Dualen Studium (Verbundstudium) haben Studieninteressierte auch ohne Hochschulreife Zugang, sofern sie eine Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf abgeschlossen haben. In den meisten Fällen werden darüber hinaus mindestens zwei Jahre Berufserfahrung vorausgesetzt.

Durch ein solches Studium mit inhaltlichem Bezug zum erlernten Beruf ist es möglich, sich beruflich weiterzuentwickeln, für Führungstätigkeiten zu qualifizieren und auch in eine höhere Gehaltsliga aufzusteigen. Hochschule und Betrieb regeln für die Zeit des Studiums vertraglich die Freistellung. Der Vorteil des dualen Studiums ist, dass in dieser Zeit der Verdienst im Job normal weiterläuft. Die Doppelbelastung sollten Sie jedoch nicht unterschätzen, ein Duales Studium verlangt Ihnen viel Disziplin und Durchhaltevermögen ab.

Zweiter Bildungsweg: Hochschulreife nachträglich erwerben

Ihre berufliche Qualifikation reicht für die Zulassung zum Studium nicht aus oder Sie möchten ein Fach studieren, das keine fachspezifische Verwandtschaft zu Ihrem Beruf aufweist? Studieren ohne Abitur kommt dann für Sie nicht infrage, aber Sie können den für Ihr Studium erforderlichen Abschluss nachträglich erwerben. Ob Abendschule, Berufliches Gymnasium, Online-Lehrgänge oder die Externenprüfung für Berufstätige, die sich in Eigenregie vorbereiten – in Deutschland haben Sie viele Möglichkeiten, nachträglich auf dem „Zweiten Bildungsweg“ durchzustarten.

So können Sie Ihr Wunschstudium antreten, wenn Sie die Fachhochschulreife, die Fachgebundene Hochschulreife und das Abitur (die Allgemeine Hochschulreife) nachholen. Mehr darüber und über mögliche Aufstiegsstipendien der Bundesregierung erfahren Sie beispielsweise bei der Bundesagentur für Arbeit. 

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