Die perfekte Bewerbung

Karrierefaktor Wohlbefinden

By on 29. October 2014

Schon als Kinder haben wir gelernt, dass Arbeit mit Mühe verbunden ist – und nicht mit Spaß. Ob in der Schule, im Studium oder im Job: Stets scheint Erfolg mit Leiden verbunden. Stress ist Teil unserer „Anstrengungskultur“ geworden. Und weil wir uns so abrackern müssen, ist uns die Leichtigkeit und Lebensfreude beim Arbeiten gründlich abhandengekommen. Und das kostet. Geld, Karriere, Gesundheit. Denn wir arbeiten genauso gut oder schlecht, wie wir uns fühlen.

Selbstverständlich tragen wir nicht allein die Schuld an diesem Dilemma: Dynamisierung und Digitalisierung haben ihren Beitrag zu unserer Misere geleistet. Sie haben unsere Arbeitsbedingungen verändert. Neue Herausforderungen an uns gestellt. Die Welt scheint sich immer schneller zu drehen – und wir mit ihr. Mit Sorge betrachten viele Menschen die wachsenden Anforderungen und fragen sich zu Recht, wie sie den Erwartungen ihrer Arbeitgeber und ihrer Kunden auch in Zukunft gerecht werden können.

Eines steht fest: Jammern hilft nicht. Nur die Erkenntnis, dass wir einiges von dem, was uns belastet, selbst steuern können. Die TK-Stressstudie aus dem Jahr 2013 zeigt zwar, dass unsere Arbeitsbedingungen die „Hauptschuld“ an unserem Stress tragen. Doch bereits auf Platz 2 folgen die eigenen Ansprüche an uns selbst, die uns Stress bereiten. Wir hetzen uns ab, um vermeintliche Ideale zu erreichen – seien diese nun materiell oder ideell.

Lassen Sie sich nicht länger von negativer Stimmung anstecken

Der Stressreport 2012 zeigt, dass die erhebliche Steigerung der Belastungswerte zwischen Ende der 90er und Mitte 2000er Jahre nicht mehr zu verzeichnen ist und aktuell weniger Beschäftigte von einer Stresszunahme berichten als in der letzten Befragung.

Wenn ca. jeder Zehnte über chronischen Stress klagt, heißt das auch, dass neun von zehn keinen chronischen Stress haben.

Mehr als drei Viertel der Beschäftigten fühlen sich den Anforderungen gewachsen. Die deutschen Beschäftigten schätzen ihren allgemeinen Gesundheitszustand besser ein als der EU-Durchschnittsarbeitnehmer und die allgemeine Erschöpfung liegt weit unter dem EU-Mittel, sagt die Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland des Robert-Koch-Instituts: Knapp 77% der Männer und 73 % der Frauen bewerten ihren Gesundheitszustand als gut oder sehr gut.

Wir scheinen uns eine Parallelwelt in unserem Kopf zu erschaffen, die sich bislang an Problemen und Schwierigkeiten orientierte. Doch damit ist jetzt Schluss.

Wohlbefinden muss von der Freizeit in die Arbeitswelt geholt werden

Höchste Zeit zum Umdenken. Erlauben wir uns eine neue Haltung. Die positive Psychologie, eine noch junge Forschungsrichtung der Psychologie, hilft uns dabei. Sie nimmt die Dinge in den Blick, die Menschen glücklich und unser Leben lebenswert machen.

Der erste Schritt zu mehr Arbeitslust statt Arbeitslast liegt demnach in der Erkenntnis, dass wir unsere Haltung verändern müssen. Arbeit hindert uns nicht am Leben, sie ist ein (auch zeitlich gesehen) wesentlicher Bestandteil unseres Lebens. Wir müssen in unserem Tun wieder Freude, Genuss und Erfüllung finden und sollten unsere Arbeit nicht länger von unserem Leben abgrenzen.

Mitarbeiter, die sich wohlfühlen, sind produktiver und leistungsfähiger als solche, die sich nicht wohlfühlen. Nach aktuellen Studien selbst dann, wenn sie an der eigentlichen Tätigkeit gar keinen großen Spaß haben. Mitarbeiter, die sich wohlfühlen, sind aber auch die beste Werbung für ein Unternehmen. Es liegt also im Interesse beider Seiten, dass es den Menschen im Unternehmen gut geht.

10 Ideen mit Wohlbefindensgarantie für die Arbeit

Die folgenden Tipps können den Blick neu ausrichten und dabei helfen, dass es uns künftig auch bei der Arbeit gut geht:

  1. Sehen Sie, was für einen guten Job Sie haben.

Unser Gehirn passt sich an, der gleiche Kuchen schmeckt beim zehnten Mal lange nicht mehr so gut wie beim ersten. Wir übersehen deshalb auch bei der Arbeit gern, wie viel Gutes und Wertvolles wir haben, weil es ganz selbstverständlich geworden ist.

  1. Konzentrieren Sie sich auf Stärken, Ihre und die der anderen.

Wer seine Stärken bei der Arbeit nutzt, ist sechs Mal häufiger engagiert und hat 40 Stunden Spaß. Wer die eigenen Stärken nicht nutzt, brennt schon nach 20 Stunden aus, egal wie anstrengend die Arbeit ist.

  1. Sehen Sie Erfolge und von sich und anderen

Beginnen Sie Teambesprechungen, das Abendessen oder die Reflektion über den Tag mit Gelungenem, mit Erfolgen.

  1. Entdecken Sie ein Optimismusmotto

Es gibt immer Augenblicke, wo etwas schief oder anders als erwartet läuft. Dafür brauchen Sie eine Aufmunterung wie „Das wird schon“ oder „Es geht am Ende alles gut“.

  1. Überprüfen Sie die Tatsachen.

Was ist wirklich geschehen? Was ist Ihre Interpretation? Ihr Kunde hat sich für ein anderes Angebot entschieden. Dass Sie teurer waren als die anderen ist eine Tatsache. Dass er Sie nicht leiden kann eine Spekulation

  1. Prüfen Sie Ihre Motivation

„Genussarbeiter“ sind nur halb so häufig ausgebrannt wie „Broterwerbsarbeiter“. Der Schalter liegt in Ihrem Kopf

  1. Nutzen Sie die wissenschaftlich nachgewiesene Genussformel von 3: 1

Auf einmal Ärgern darf und muss zum Ausgleich sozusagen drei Mal Freuen kommen. Dies klingt anstrengender als es ist, denn unser Leben ist ja voll von schönen Dingen, wir schätzen sie nur nicht.

  1. Vermeiden oder verkürzen Sie negative Interaktionen

Halten Sie sich raus aus Klatsch und negativen Spekulationen, reduzieren Sie den Konsum von negativen Informationen.

  1. Lernen Sie von resilienten Menschen

Sie befassen sich mit Problemen, wenn sie da sind, nicht früher und nicht später. Wenn das Problem da ist und mit ihm Angst oder Ärger, dann können Sie mit guten Gefühlen z. B. Ihren Herzschlag beruhigen und sich dadurch schneller erholen.

10. Ändern Sie was sie stört

Die Tür quietscht, das Auto ist schmutzig, der Schreibtisch steht ungünstig? Jetzt ist der Zeitpunkt, den Hausmeister selbst anzurufen. Optimieren Sie Ihre Arbeit durch andere Abläufe, andere Inhalte, andere Personen, mit denen Sie arbeiten. Suchen Sie nach einem neuen Sinn in dem, was Sie tun.

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